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130. Stiftungsfest des Wiener ATV

Bericht über das spannende Wochenende beim Wiener ATV zu Ehren Ihres 130. Stiftungsfestes.

25. - 28. Mai 2017

Ein rundes Stiftungsfest in der wunderschönen Stadt Wien, sowas habe selbst ich mit meinen bisher 9 Coleursemestern noch nicht erlebt und muss dieses Wochenende definitiv zu meinen Highlights zählen! Aber erstmal alles auf Anfang.

Unsere liebe Dieimmerlacht (Dila) und ich hatten das Glück als nicht ortsansässige Hamburger eine Mitfahrgelegenheit von den Bundesbrüdern aus Würzburg zu bekommen. So kam es, dass Dila und ich Mittwochabend bereits in der Weinhochburg Würzburg anreisten.

Wir genossen mit den Bundesbrüdern einen feucht-fröhlichen Abend auf dem Würzburger Weinfest und traten Donnerstag in aller Früh unsere Reise nach Wien an. Nach acht Stunden Fahrt endlich angekommen, bezogen wir die Aktivenunterkunft im „Wiener Erster Turnverein“ und machten uns auch schon Richtung Begrüßungsabend auf, traditioneller Weise in Tracht! Unseren Alten Herrn Knigge und seine Freundin und Bundesschwester Sam, trafen wir Vorort mit einem Bierchen und einem Wiener Schnitzel, wie es sich so gehört. Der Begrüßungsabend war ein voller Erfolg, man traf alte Bekannte aus dem ATB (Braunschweig, Halle, Bonn, Tübingen, Würzburg und wir Hamburger) und lernte ebenso neue Leute kennen.

Der Freitag Vormittag wurde ausschließlich auf der wahnsinnig schönen Dachterrasse, im sechsten Stock des Wiener Verbindungshauses verbracht. Bei grandiosem Wetter, dem ein oder anderen Bierchen in der Hand und leckerem Essen, holten sich einige Bundesgeschwister den ersten Sonnenbrand. Gut, dass ich als Rothaarige, immer mit einer Tube 50+ Sonnencreme gewappnet bin und somit die Meisten vor einem hässlichen Sonnenbrand retten konnte!

Abends stand dann für uns Hamburger das Damenprogramm an: die Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss. Für mich persönlich, war es eine Premiere in einem Wiener Opernhaus eine derartige Veranstaltung zu genießen. Der Unterschied zu einer Oper ist vor allem der überwiegende Sprechanteil und uns gefiel vor allem der Witz der Geschichte und die tolle Bühnen- und Kostümausarbeitung.

Für uns als gemischte Verbindung im ATB ist es natürlich immer wieder bitter, wenn die Frauen auf Stiftungsfest-Kommersen nicht erwünscht sind. Mal abgesehen davon, dass das Damenprogramm (nennen wir es politisch korrekterweise eher Alternativprogramm) für uns im Endeffekt einen schöneren Abend erbracht hat, geht es doch ums Prinzip. Es ist mir auch nicht wirklich angenehm an diesem tollen und nahezu perfekten Wochenende Kritik zu üben, aber ich fühle mich doch dazu gedrängt. Durch meine Erfahrungen sollte mir vertraut werden, wenn ich sage, dass ich das Konzept des Hausrechtes verstehe und respektiere. Dass Männerbünde im ATB weibliche ATBerinnen von Veranstaltungen ausschließen, ist ein alter Hut.

Ich denke, jedoch, dass sich viele Ansichten auch gelockert haben in der nahen Vergangenheit und es auch ein Unterschied zwischen Stiftungsfest-Veranstaltungen und regulären Semesterkneipen gibt. Für ein rundes Stiftungsfest, auf das ATBer eingeladen sind und nur die männlichen Bundesgeschwister auf den Kommers dürfen und vor allem auf die nachfolgenden „Veranstaltung“ adH erwünscht sind, ist dies doch eher unglücklich und vielleicht auch nicht mehr ganz zeitgemäß. Einige Bundesgeschwister, aus diversen Gemischtbünden, haben eben deshalb geschlossen entschieden, komplett auf dieses Stiftungsfest Wochenende zu verzichten.

Für manche mag dieser Protest etwas übertrieben sein, ich jedoch finde es konsequent, da diese Korporationen auch den aktuellen Vorort beherbergen und dieser ebenfalls (zumindest der weibliche 2/3 Teil) nicht auf dem Kommers erwünscht war.

Im Endeffekt war uns das von vornherein bewusst gewesen und wir so haben diesen Ausschluss wiederwillig akzeptiert. Ich möchte jedoch nochmal betonen, dass es sehr schade war, dass wir auch nach dem Kommers adH nicht erwünscht waren. Von diversen Bundesbrüdern, die auf dem Kommers waren, erklangen eher verstimmte Reaktionen auf wohl doch eher für den ATB grenzwertige Kommersreden. Da ich selbst nicht anwesend war, kann und will ich dies nicht weiter ausführen.

Wie dem auch sei, hatten wir vier (Dila, Sam, Knigge und ich) einen wunderschönen Abend in der Operette und in der nachfolgenden Cocktailbar.
Am nächsten Tag, dem Samstag, verbrachten wir den Tag auf dem Prata in Wien, der einem Freizeitpark ähnelt. Nach einer leckeren Haxe und einem schmackhaften Bier dazu, neigte sich auch dieser Tag dem Ende entgegen und meinem persönlichen Highlight zu, dem Festball. Dieser fand im Eschenbacher Palais statt und war noch dazu ein Traum für jeden Ballfanatiker wie mich. Die Wiener boten ein tolles Programm, beginnend mit einer tänzerischen Darbietung der Aktivitas zu Beginn des Abends und auch die Mitternachtsquadrille, bei der alle Ballgäste an ihre tänzerischen und koordinatorischen Grenzen gestoßen sind, war ein Erlebnis für sich.

Leider hieß es am nächsten Tag schon wieder Abschied zu nehmen von dieser tollen Stadt, dem beeindruckend gutgeplanten Stiftungsfest-Wochenende und den anderen ATBern. Für mich persönlich kamen diese Tage eher einem Kurzurlaub gleich und ich kann jeder/m Verbindungsschwester und -Bruder nur raten, das Angebot der Wiener Bundesbrüder anzunehmen und sie zu besuchen. Ich werde dieses definitiv tun und hoffe, dass mich dieses Mal eine größere Delegation aus Hamburg begleitet.

Mit bleibt nur noch dem Wiener Akademischen Turnverein alles Gute mit einem vivat, crescat, floreat zum 130. Stiftungsfest zu wünschen.

Mit verbindungsgeschwisterlichen Grüßen,

eure Lara Meier v. Amplitrude Z! und Luise Schumann v. Dieimmerlacht Z!