Manche Ereignisse verlangen nach einem großen Rückblick: Nach Jahreszahlen, besonderen Meilensteinen und der Frage, was sich in all den Jahren verändert hat. Doch als wir vom 16.-18. Oktober 2026 unser 30. Stiftungsfest feierten, wurde deutlich: Viel interessanter als die Frage, was in den vergangenen Jahren geschehen war, ist eigentlich die Frage, was davon heute noch lebendig ist.
Die Antwort darauf ließ sich an diesem Wochenende überall finden. In einem Haus, in dem Schlafplätze für knapp 30 ATB-Gäste benötigt wurden. In Begegnungen mit Bundesbrüdern und Bundesschwestern, die zum Teil von weit her in unsere schöne Hansestadt Hamburg gekommen waren. In einem Festkommers, für den unser eigenes Haus längst zu klein geworden war. Auf einer vollen Tanzfläche am Samstagabend zum Festball. Und schließlich auf einer Barkasse mitten im Hamburger Hafen. Wenn man so will, war unser 30. Stiftungsfest damit weniger ein Rückblick als vielmehr eine ziemlich gute Momentaufnahme unseres florierenden Bundes.
Dabei hatte alles schon Monate zuvor ziemlich unspektakulär begonnen: Mit Planungen.
Wo soll gefeiert werden? Wie groß wird der Ball? Wie viele Gäste erwarten wir? Was machen wir am Sonntag? Wer kümmert sich worum? Und natürlich jene zahllosen Detailfragen, bei denen man Monate vorher noch glaubt, sie seien eigentlich schnell geklärt. Das Organisationskomitee beschäftigten diese Fragen über einen erheblichen Teil des Jahres und aus schnellen oder leichten Aufgaben wurden schnell kleinteilige Details, die einiges an Engagement abverlangten. Dann kamen die Anmeldungen und mit ihnen eine Erkenntnis, die man als Komitee eigentlich gerne hat: Unser Stiftungsfest weckte mehr Interesse, als wir ursprünglich erwartet hatten!
Für den Festkommers am Freitag bedeutete dies, dass unser eigenes Haus nicht ausreichen würde. Glücklicherweise öffnete uns die KDStV Wiking im CV zu Hamburg ihre Türen und gab unserem Festkommers damit einen würdigen Rahmen. An dieser Stelle sei ihnen nochmal großer Dank zugesprochen. Diese Auslagerung ermöglichte es uns, knapp 30 Gäste auf unserem Haus unterzubringen, was uns organisatorisch durchaus vor eine kleine Herausforderung stellte. Vor allem brachte es aber eines: ein schönes Erlebnis. Ein Verbindungshaus darf schließlich ruhig einmal aus allen Nähten platzen.
Standsgemäß fand am Samstagvormittag die alljährliche AV-Sitzung statt, an der eine reichliche Anzahl ADAH teilnahmen und die für einen Umschwung sorgte. Verschiedene Themen wurden intensiv miteinander diskutiert und protokolliert. Zudem gilt den bisherigen Amtsinhabern AH Lama und AH Knautschke großer Dank, die an diesem Convent ihre Ämter nach Jahren des Engagements niederlegten und ich darf den neuen gewählten Vorstand einmal bekanntgeben:
1. Vorsitzender AH Knigge
2. Vorsitzende AD Dieimmerlacht
Kassenwart AH Rantanplan
Schriftwart AH Flip
Turnwart AH Sargelo
Im Anschluss wurden bereits erste Ämterübergaben gehalten und erste Gespräche zum weiteren Vorgehen geführt.
Dass Tradition nicht immer bedeuten muss, jedes Jahr alles genauso zu machen wie im Jahr zuvor, beschäftigte uns ganz besonders beim Stiftungsfestball. Über viele Jahre gehörte das Courtyard by Marriott Hotel am Flughafen für viele von uns beinahe selbstverständlich zum Stiftungsfest. Entsprechend intensiv wurde darüber gesprochen, ob man diese Tradition fortführen oder etwas Neues wagen sollte. Am Ende entschieden wir uns nach intensiver Suche und harten Verhandlungen für das Bobby Reich. Vielleicht war gerade das für unser 30. Stiftungsfest passend. Denn schließlich ist eine Verbindung auch deshalb nach Jahrzehnten noch lebendig, weil sie Vertrautes bewahrt und trotzdem bereit ist, hin und wieder etwas Neues auszuprobieren. Dass die Entscheidung richtig war, zeigte sich spätestens wenige Tage vor dem Ball.
Die Zahl der Anmeldungen machte es möglich und notwendig, das gesamte Bobby Reich für unsere Gesellschaft zu übernehmen. Und so gehörte uns an diesem Abend tatsächlich ein ganzes Lokal - „Geschlossene Gesellschaft“. Der zusätzliche Platz erwies sich als notwendig. Wer tanzen wollte, tanzte. Wer sich lieber nach langer Zeit in Ruhe unterhalten wollte, fand dafür ebenso seinen Platz. Und wer irgendwann den Weg an die alleinig für uns geöffnete Bar suchte, befand sich dort erfahrungsgemäß ebenfalls in guter Gesellschaft.
Es entstand ein Abend, wie man ihn zwar planen, aber nicht erzwingen kann. Denn eine passende Location lässt sich buchen, Essen und Getränke lassen sich bestellen, ein Ablauf lässt sich organisieren. Die Stimmung eines solchen Abends entsteht aber erst durch die Menschen, die ihn gemeinsam verbringen. Und genau deshalb war es für uns besonders schön zu sehen, wie selbstverständlich an diesem Abend die verschiedenen Generationen unseres Bundes zusammenkamen. Das ist vielleicht die schönste Form von Tradition: wenn man nicht darüber sprechen muss, weil man sie gerade miteinander lebt.
Wer sich an die Stiftungsfeste der vergangenen Jahre erinnert, weiß: Der Sonntag gehörte traditionell dem Spaziergang durch das Niendorfer Gehege. „Roten mit Prinz“ und dazu ein Liedchen trällern. Zum 30. Geburtstag wollten wir dieses Kapitel allerdings einmal anders schreiben. Also tauschten wir den Spaziergang gegen die Elbe und begaben uns gemeinsam auf eine Barkassenfahrt durch den Hamburger Hafen. Hamburg vom Wasser aus zu erleben, war nicht nur für unsere auswärtigen Gäste ein schöner Abschluss. Nach Kommers, Sitzungen und Ball bot die Fahrt vor allem das, was an einem solchen Sonntag besonders wertvoll ist: Zeit füreinander. Dass für die Verpflegung von Prinz eigens Hanseaten in Rot-Weiß-Rot vorbereitet worden waren, dürfte dabei zu jenen kleinen Details gehören, an die man sich später wahrscheinlich mindestens genauso gerne erinnert wie an manchen offiziellen Programmpunkt. Und weil wir Hamburg nun einmal lieben und kurze Wege zu schätzen wissen, führte uns der Abschluss praktisch direkt vom einen Schiff auf das nächste.
Im Restaurant Feuerschiff ließen wir unser Stiftungsfestwochenende gemeinsam ausklingen. Dort bekam schließlich auch unser Neo-Fux Jorve voc. nN seinen Auftritt und hielt seine lang angekündigte Damenrede. Irgendwann war dann der Moment gekommen, an dem selbst das schönste Stiftungsfest enden muss.
30 Jahre sind nur der Anfang - 1898, 1919 und 1996 werden auch künftig Zahlen sein, die unsere Mitglieder lernen müssen, aber Geschichte besteht eben nicht nur aus Jahreszahlen. Nach diesem Stiftungsfest schauen wir deshalb nicht nur dankbar auf 30 Jahre Arminia-Hegelingen zurück. Wir sind vor allem gespannt darauf, welche Geschichten wir in den nächsten 30 Jahren noch miteinander schreiben werden.
Vivat, crescat, floreat ad aeternum ATV Arminia-Hegelingen zu Hamburg!
Dieimmerlacht Z! Z!